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Update: Coronavirus

Update: Coronavirus

INFO zu Händedesinfektion und Anwendung

Stand: 02.11.2020

Händewaschen, Händedesinfektion, Mundmasken und Abstand halten sind die Wörter, welche in den letzten Monaten durch Covid-19 immer und überall präsent sind. An vielen Orten stehen Desinfektionsspender zur Verfügung und bereits Kleinkinder werden dazu angehalten, sich regelmäßig die Hände zu waschen. Mit dem Waschen der Hände kommt es durch einen Abschwemmeffekt zu einer gewissen Keimreduktion, erst durch die Verwendung von Desinfektionsmittel werden Keime weitgehend abgetötet. Welchen Zweck ein Desinfektionsmittel erfüllen soll, richtet sich nach dem Einsatz der unterschiedlichen Wirkstoffe.

Es stehen Hände-, Wund- und Flächendesinfektionsmittel für den unterschiedlichen Gebrauch zur Verfügung. Händedesinfektionsmittel enthalten neben Alkohol auch Glycerin, um die Hautflora nicht auszutrocknen. Wunddesinfektionsmittel enthalten antiseptische Substanzen wie z. B.: Chlorhexidin, Polihexandid oder Povidon-Jod und keinen Alkohol. Flächendesinfektionsmittel sind zur Reinigung von Oberflächen zu verwenden. Für die hygienische Händedesinfektion sollten nur alkoholische Präparate, welche den Standardzulassungen entsprechen, verwendet werdet werden. (VAH = Verbund für angewandte Hygiene, ÖGHMP = Österreichische Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin, DGHM = Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie).

Mittel zur Desinfektion von unverletzter Haut und Oberflächen gehören zu den Biozidprodukten und unterliegen dem Biozidprodukterecht. (Biozidproduktegesetz BGBL. I Nr. 53/2020). Biozidprodukte sind Gemische oder Stoffe, welche Schadorganismen auf chemische Weise bekämpfen. Schadorganismen können unter anderem Algen, Pilze, Bakterien, aber auch Insekten oder Mäuse sein. Durch die Knappheit an Desinfektionsmitteln, wurde vom Bundesministerium eine Notfallzulassung von Bioziden erlassen. Diese lief jedoch mit 31. August 2020 aus. Seit 1. September 2020 dürfen nur noch Produkte welche vom Umweltbundesamt geprüft werden verwendet werden.

Zur hygienischen Händedesinfektion gehört nicht nur das richtige Mittel, sondern auch die richtige Durchführung (Standard-Einreibemethode gem. EN 1500).

Bei der hygienischen Händedesinfektion werden ca. 3 ml Händedesinfektionsmittel in die hohlen und trockenen Hände gegeben und gem. der Standard-Einreibemethode EN 1500 für 30 Sekunden verrieben. Dabei ist besonders darauf zu achten, dass während der gesamten Einreibezeit die Hände feucht sind, eventuell muss erneut Händedesinfektionsmittel entnommen werden.

Ablauf nach Standard-Einreibemethode EN 1500:

  • 1. Schritt: 3 ml Desinfektionsmittel entnehmen und beide Handflächen benetzen
  • 2. Schritt: rechte Handfläche über den linken Handrücken und linke Handfläche über den rechten Handrücken
  • 3. Schritt: Handflächen mit verschränkten und gespreizten Fingern verreiben
  • 4. Schritt: Außenseite der Finger auf gegenüberliegenden Handflächen mit verschränkten Fingern
  • 5. Schritt: kreisendes Reiben des rechten Daumens in der geschlossenen linken Handfläche und umgekehrt
  • 6. Schritt: kreisendes Reiben hin und her mit den geschlossenen Fingerkuppen der rechten Hand und der linken Handfläche und umgekehrt
© Schülke & Mayr GmbH

Zusammenfassung

Ein gutes Händedesinfektionsmittel hat neben Alkohol auch eine pflegende Komponente zu enthalten (kein Austrocknen der Haut) und ist es offiziell gelistet (z.B. ÖGHMP). Die Einwirkzeit muss eingehalten werden um auch wirklich eine Keim- und Virenredukion zu erhalten.

Autorin:

Petra Graf, MLS, juristische Mitarbeiterin bei LANSKY, GANZGER + partner und DGKP mit Sonderausbildung OP-Pflege, sowie Sachverständige für Gesundheits- und Krankenpflege

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