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Internationale Wasserstoff-Talks bei LGP

Am 17. März 2022 organisierte LGP einen Runden Tisch zum Thema Wasserstoff mit hochkarätigen Experten aus Frankreich und Österreich.

Internationale Wasserstoff-Talks bei LGP

Die ersten Wiener „H2 Talks“, ausgerichtet von LGP in Zusammenarbeit mit der Industriellenvereinigung sowie der Französischen Botschaft in Wien, dienten dem Austausch und der Vernetzung führender französischer und österreichischer Unternehmen, Experten und Interessensvereinigungen im Bereich der Wasserstoffwirtschaft. Das Thema Wasserstoff, welches bereits durch die ambitionierten Klimaziele der Europäischen Union wachsende Aufmerksamkeit genoss, hat im Zuge des aktuellen Ukrainekonfliktes und der volatilen Situation auf den globalen Gasmärkten an zusätzlicher Brisanz gewonnen.

Vertreter führender französischer Industriekonzerne und H2-Industriegruppen gaben einen Überblick über die beein-druckende, koordinierte H2-Strategie des Landes, die die Entwicklung mehrerer spezieller H2-Industriecluster an strategischen Standorten sowie bewusste Investitionen in Forschung und Entwicklung und inländische Produktions-kapazitäten umfasst. Sowohl in Frankreich als auch in Österreich forderten die Akteure der Branche die rechtzeitige Schaffung eines gemeinsamen Regulierungsrahmens, der die Entwicklung eines integrierten europäischen H2-Ökosystems und -Marktes ermöglicht. Vertreter von Strom- und Gasanbietern machten deutlich, dass sie die Pläne der EU für eine eigentumsrechtliche Entflechtung, die in einem Kommissionsvorschlag zu den Binnenmarktregeln vorgestellt wurden, als problematisch ansehen, da sie die derzeit erforderlichen umfangreichen Infrastrukturinvestiti-onen verhindern würden. Mehrere Teilnehmer betonten das immense Potenzial der Ukraine für grüne Energie und die H2-Produktion und sprachen sich für einen Wiederaufbau- und Erholungsplan für die Zeit nach dem Ende des Konflikts aus. Ein solcher Plan, der auf die Integration der Ukraine in ein gesamteuropäisches grünes Energieumfeld abzielt, würde Modernisierungen und Investitionen nach sich ziehen und das Land in die Lage versetzen, zu einem wichtigen Produzenten von grünem Wasserstoff zu werden.

Zwar waren sich alle einig, dass die Dekarbonisierung angesichts der sich rasch ausbreitenden Klimakrise von ent-scheidender Bedeutung ist und dass der Übergang zu erneuerbaren Energien und grünem Wasserstoff Europa in die Lage versetzen würde, wirklich energieunabhängig (und dekarbonisiert) zu werden und somit strategische Autonomie zu erlangen, doch warnten einige Experten vor den noch bestehenden Hindernissen für die Durchführbarkeit: Einer-seits erfordert die Produktion von grünem Wasserstoff enorme Mengen an Strom, dessen Nachfrage aufgrund der Elektrifizierungsbemühungen in der Mobilität bereits jetzt rapide ansteigen wird. Andererseits könnte eine übereilte Dekarbonisierung zu einem erheblichen Wettbewerbsnachteil für die europäische Industrie führen, wenn der Rest der Welt weiterhin auf billigere und schmutzigere Energiequellen zurückgreift. Dennoch gab es unter den versammelten H2-Experten gute Gründe für Zuversicht, wenn man die umfangreichen neuen Verpflichtungen der EU zur Förde-rung und Unterstützung der aufstrebenden H2-Industrie sowie die Investitionen in Forschung und Entwicklung be-denkt, die eine Kostensenkung und Effizienzsteigerung versprechen. Hinzu kommt, dass die H2-Produktion die idea-le Ergänzung zur Erzeugung von Ökostrom aus Wind- oder Sonnenenergie ist, da Überschüsse effizient gespeichert werden können. Schon jetzt steigt die Nachfrage nach Wasserstoff rapide an, und während viele Industriezweige zunehmend elektrifiziert werden, ist grünes H2 die einzige vernünftige Alternative zu fossilen Brennstoffen in Berei-chen wie der Chemie-, Stahl- und Zementindustrie sowie im Langstrecken-Straßenverkehr oder in der Luftfahrt.

Zu den neuesten technologischen und (europa)rechtlichen Entwicklungen sowie der internationalen Marktsituation für den emissionsfreien Energieträger sprachen neben Kanzleigründer Gabriel Lansky und Botschafter sowie LGP Senior Expert Klaus Wölfer unter anderem der französische Parlamentarier Michel Delpon, Präsident des neu gegründeten Think Tanks „Club vision hydrogène“, Michael Löwy, Leiter des Bereichs internationale Beziehungen und Märkte der Industriellenvereinigung, Philippe Brunel, Wirtschaftsrat der französischen Botschaft in Wien, Jean-Luc Soulé, Präsident von Mécénat & Entreprise, sowie Philippe Boucly, Präsident des französischen Branchenverbanes France Hydrogène. Darüber hinaus beteiligten sich führende Manager/innen von Michelin, dem Baukonzern Bouygues, der EVN, Verbund, von Siemens, der ÖBB-Gruppe, sowie weiterer namhafter Unternehmen an der regen Debatte.

Beschlossen wurden neben der vertieften Zusammenarbeit österreichischer und französischer Unternehmen bei der Marktentwicklung und Forschung im Bereich der Wasserstofftechnologien unter anderem die Involvierung von LGP bei der Verbesserung des europäischen Rechtsrahmens unter der französischen Ratspräsidentschaft von Emmanuel Macron. Auch eine vertiefte Integration der österreichischen Wasserstoffwirtschaft in die EU-weite Interessensvertretung Hydrogen Europe sowie die Ausrichtung einer weiteren internationalen Tagung zum Thema durch LGP im September dieses Jahres wurden als Ziele definiert.

An der hybriden Veranstaltung haben neben einigen Teilnehmern vor Ort auch einige Experten und Expertinnen via Videokonferenz teilgenommen.
Valerie Bouillon-Delporte, Hydrogen Ecosystem Director bei MICHELIN, hält ihren Vortrag online.
Caroline Mazzoleni, Head of Smart Energy Division bei Bouygues Energies & Services, trägt zum Thema H2 bei.
Michel Delpon, der französische Parlamentarier und Präsident des neu gegründeten Think Tanks „Club vision hydrogène“, beteiligt sich an der Diskussionsrunde.
Moderator Jean-Luc Soulé, Präsident von Mécénat & Entreprise, führte durch den Vormittag.
Zu den Sprechern gehörte neben Kanzleigründer Gabriel Lansky und Botschafter sowie LGP Senior Expert Klaus Wölfer auch Alexander Egger, LGP Experte für Europarecht.
v.l.n.r. Philippe Brunel, Gabriel Lansky, Michel Delpon, Jean-Luc Soulé, Klaus Wölfer, Thomas Kargl
v.l.n.r. Klaus Wölfer, Martin Jacko, Gabriel Lansky, Michel Delpon, Jean-Luc Soulé, Arlind Zeqiri auf der LGP Dachterrasse
v.l.n.r. Gabriel Lansky, Michel Delpon, Klaus Wölfer auf der LGP Dachterrasse
v.l.n.r. Gabriel Lansky, Michel Delpon, Jean-Luc Soulé auf der LGP Dachterrasse

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