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Bergbaupotenzial in den Westbalkanstaaten

Bergbaupotenzial in den Westbalkanstaaten

In der Bergbauindustrie geht es nicht nur um den Abbau von Mineralien: Für die Erschließung von Rohstoffen nutzt diese hochkomplexe Schlüsselbranche neue intelligente Technologien, welche sich an den Bedürfnissen der verarbeitenden Industrie orientieren. So können effiziente, sichere und saubere Abläufe gewährleistet werden, die mit den umweltfreundlichen Bergbaustandards in Einklang stehen. 

Das Angebot an Industriemetallen, insbesondere an Kupfer, wächst aktuell nur sehr langsam. Dies liegt vor allem daran, dass in den letzten zehn Jahren zu wenig Mittel in die geologische Forschung investiert wurden und sich dadurch auch der Bau von neuen Minen verzögert hat. Obwohl die globale Nachfrage aufgrund der grünen Energiewende voraussichtlich stark steigen wird, bleibt es dennoch schwierig, für große Bergbauprojekte eine Genehmigung zu erhalten und die Unterstützung der lokalen Bevölkerung zu sichern. Häufig werden auch Investoren in fortgeschrittenen Stadien der Entwicklung von Bergbauprojekten von negativen Entscheidungen der Behörden überrascht. 

Begründet wird dies oft damit, dass die Forderungen der Anrainer nach einer intakten natürlichen Umwelt ungeachtet der wirtschaftlichen Verluste erfüllt werden müssten. Experten, Wissenschaftler und Branchenkenner sind sich jedoch einig: Der Bau weiterer fortschrittlicher und umweltverträglicher Bergbauanlagen ist aufgrund ihrer hohen industriellen Wertschöpfung der Schlüssel für eine zukünftig besonders nachhaltige Wirtschaft in Europa, zumal zur Erzeugung erneuerbarer Energie auch natürliche Rohstoffe wie Mineralien und Metalle benötigt werden. 

Es stellt sich auch die Frage, was passieren würde, wenn der Widerstand gegen neue Bergbauprojekte für alle Metall- und Mineralienvorkommen überall auf der Welt erfolgreich wäre. Wie ein Tweet kürzlich treffend bemerkte: „Umweltschützer werden sich daran gewöhnen müssen, nur noch zu Fuß zu gehen, denn selbst ein Fahrrad besteht zu über 90 % aus Metall.“ Die Republik Nordmazedonien blickt etwa auf die älteste Bergbaugeschichte auf der gesamten Balkanhalbinsel zurück. Durch die aktive Förderung wertvoller Mineralien – darunter Kupfer und Gold – ist dieser wachsende Sektor mit einem relativ hohen Anteil an der Industrieproduktion von wesentlicher Bedeutung für die Wirtschaft des Landes. Kein Wunder also, dass LGP an mehreren Großprojekten in der südosteuropäischen Region beteiligt ist und über ausgezeichnete Marktkenntnisse sowohl im Eisenals auch im Nichteisen-Bergbau und in der Metallindustrie verfügt. So konnte erst kürzlich das LGP Portfolio durch laufende Akquisitionen zwischen wichtigen lokalen Akteuren im Chromund Nickelbergbau sowie der Verarbeitungsindustrie in Europa erweitert werden. Darüber hinaus spielte LGP eine führende Rolle bei der Übernahme von drei landesweit größten Minen – dazu zählen eine Chrom- und Ferrochrom-Mine in Albanien, eine Ferronickel-Mine im Kosovo und eine Bor-Lithium-Mine in Lopare, Bosnien und Herzegowina. 

Albanische Bergbaustrategie 

Albanien ist ebenfalls reich an wertvollen Bodenschätzen und folglich hat auch hier die Bergbauindustrie eine ganz besondere Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Geologisch gesehen gibt es über das gesamte Staatsgebiet verteilt eine große Anzahl an unterschiedlichen Rohstoffen. Dazu gehören Eisen- und Nichteisenmetalle (Chrom, Kupfer, Zink, Ferronickel, Nickelsilikat, Nickelsulfite, Bauxite, Titanmagnete, Edelmetalle usw.), Industriemineralien (Olivenite, Dolomite, Tone, Magnesite, Gips, Phosphorite, vulkanisches Glas, dekorative Steine, Basalte, Quarzite, Quarzitsande usw.), Kohle, Torf und weitere Grundstoffe für Baumaterialien. 

Weil ein prosperierender Bergbausektor als Kernindustrie die wirtschaftliche Entwicklung des Landes ordentlich ankurbeln kann, wird dieser von der albanischen Regierung derzeit aktiv umgestaltet, sodass er in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Makroökonomie und zur Beschäftigung leisten kann. 

Die nationale „Bergbaustrategie 2010-2025“ plant diesbezüglich einen dynamischen Wachstumskurs und eine strategisch nachhaltige Entwicklung dieses wichtigen Industriesektors. Dazu zählen die gezielte Förderung in- und ausländischer Investitionen, die Anwendung innovativer Technologien, die verstärkte Rohstoffverarbeitung im Land, mehr Wettbewerb, Transparenz und Professionalität der Bergbauinstitutionen sowie die Stärkung und Konsolidierung des Bergbaukapitals. Zudem soll auch die Koordinierung mit laufenden EU-Programmen und die Einhaltung internationaler Branchenstandards und bewährter Praktiken forciert werden. 

Während die albanische Regierung für Bergbaupolitik, Regulierung und Überwachung aller Bergbautätigkeiten zuständig ist, werden die Erkundung und der Abbau von Mineralien von in- oder ausländischen Privatunternehmen durchgeführt. Bis dato wurden mehr als 500 gültige Bergbaugenehmigungen an Privatunternehmen von den Regierungsbehörden ausgestellt. 

Rechtlicher Rahmen fürdieBergbautätigkeit 

In den letzten drei Jahrzehnten hat die Regierung mehrere primäre und sekundäre sektorale Rechtsvorschriften zur Entwicklung des Bergbausektors erlassen. Derzeit werden sämtliche Aktivitäten im Bergbausektor durch das Gesetz „Über den Bergbausektor in der Republik Albanien“ in seiner geänderten Fassung sowie durch eine große Anzahl von sekundären Rechtsvorschriften geregelt. Darin wird u.a. vorgeschrieben, die Bergbautätigkeiten im Land zu fördern, Transparenz und freien Wettbewerb zu ermöglichen, den öffentlichen Nutzen aus den Bergbautätigkeiten zu maximieren sowie Umwelt und Bürger vor etwaigen Risiken des Bergbaus zu schützen. Außerdem legt das Bergbaugesetz fest, dass jedes Mineral in seiner natürlichen Form, das sich auf albanischem Gebiet befindet, öffentliches Eigentum darstellt. Das Engagement von Privatpersonen aus dem In- und Ausland wird dabei durch staatliche Bergbaugenehmigungen geregelt, die nach den in diesem Gesetz festgelegten Verfahren und Anforderungen erteilt werden. 


AUTOR:

Arlind Zeqiri, M.A., Managing Partner und Business Development Director bei LGP

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