Newsroom / News / Medien / Infomagazin LGP News 02/2022 / Arbeitsmedizinische Betreuung von A bis Z

Arbeitsmedizinische Betreuung von A bis Z

Arbeitsmedizinische Betreuung von A bis Z

Das Thema Arbeitsmedizin ist für Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht nur in Zeiten der Pandemie relevant. Was dieses Fachgebiet leistet und welche Aufgaben arbeitsmedizinische Zentren erfüllen, berichten Gerald Gerstbauer, Geschäftsführer der LGG Healthcare Services GmbH, und Arbeitsmedizinerin Dr. Julija Vrabl im LGP Interview. 

Nach dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) muss jeder Arbeitgeber seine Arbeitnehmer sicherheitstechnisch- und arbeitsmedizinisch betreuen lassen, sobald nur ein einziger Arbeitnehmer im Unternehmen beschäftigt wird. Wird die Verpflichtung zur Beiziehung von Sicherheitsfachkräften oder Arbeitsmedizinern verletzt, kann dies hohe Geldstrafen nach sich ziehen. Dauer und Umfang der arbeitsmedizinischen Betreuung (Präventionszeit) richten sich nach Art des Arbeitsplatzes und Größe des Unternehmens. Auf Büroarbeitsplätzen muss jeder Arbeitnehmer pro Jahr 1,2 Stunden arbeitsmedizinisch und sicherheitstechnisch betreut werden, während für sonstige Arbeitsplätze 1,5 Stunden pro Arbeitnehmer vorgeschrieben sind. Teilzeitarbeitskräfte werden im Umfang ihrer Anstellung berücksichtigt. Besondere Regelungen gibt es auch für Betriebe mit Nachtarbeit. Die gesetzliche Präventionszeit wird dabei aufgeteilt in 40 % Arbeitsmedizin und 35 % Sicherheitstechnik. Für die restlichen 25 % können andere geeignete Fachkräfte wie Chemiker, Toxikologen, Ergonomen oder Arbeitspsychologen hinzugezogen werden. 

Aber auch dieser Teil der Präventionszeit kann von Arbeitsmedizinern oder Sicherheitsfachkräften übernommen werden. 

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bis 50 Mitarbeiter gibt es Erleichterungen. In Unternehmen dieser Größenordnung hat eine Betreuung in Form von Begehungen durch eine Sicherheitsfachkraft sowie einen Arbeitsmediziner zu erfolgen. Arbeitgeber haben Arbeitsmediziner bei vielen unternehmerischen Entscheidungen hinzuzuziehen – vor allem in allen Fragen der Erhaltung und Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz, bei der Planung von Arbeitsstätten, bei der Beschaffung oder Änderung von Arbeitsmitteln, bei der Regelung des Arbeitsrhythmus bzw. der Arbeits- und Pausenzeit sowie bei der Gestaltung der Arbeitsplätze und des Arbeitsablaufes, um nur einige wichtige Bereiche zu nennen. Für bis zu 50 Beschäftigte kann die betriebliche Gesundheitsvorsorge der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) in Anspruch genommen werden. Bei mehr als 50 Arbeitnehmern sind die Arbeitgeber hingegen verpflichtet, die arbeitsmedizinische Betreuung selbst zu organisieren. 


AUTOREN:

KommR Gerald Gerstbauer, MBA, MLE, Geschäftsführer bei LGG Healthcare Services

Dr. Julija Vrabl, Ärztliche Koordination bei Wellcon

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