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Großes Solarenergie-Potenzial in Nordmazedonien

Großes Solarenergie-Potenzial in Nordmazedonien

Laut einer aktuellen Studie über die Leistungsstärke erneuerbarer Energien verzeichnet Nordmazedonien aufgrund seiner geografischen Lage und seines Klimas durchschnittlich 280 Sonnentage pro Jahr und bietet damit ideale Voraussetzungen für die Erzeugung von Solarstrom. Der Jahresdurchschnitt der täglichen Strahlung schwankt zwischen 3,4 KWh/m2 im nördlichen Teil des Landes und 4,2 KWh/m2 im südwestlichen Teil. 

Die klimatischen Eigenschaften in dieser Region – vor allem die hohe Intensität und Dauer der Sonneneinstrahlung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit – bieten günstige Bedingungen für die erfolgreiche Entwicklung der Solarenergie. Das kontinentale Klima mit heißen und trockenen Sommern macht Nordmazedonien somit zu einem Land mit einem höheren Potenzial für die Nutzung von Solarenergie als durchschnittliche europäische Länder. Aufgrund dieser besonderen geografischen Lage sollen diese natürlichen Ressourcen künftig verstärkt zur umweltfreundlichen Stromerzeugung genutzt werden. Vorteil: Die Energiekosten sinken und gleichzeitig wird die Umwelt geschützt. 

Nutzen und Vorteile 

Angesichts seines hohen Solarenergie-Potenzials begrüßt Nordmazedonien sämtliche Investitionen im Bereich der erneuerbaren Energien. Die Regierung lädt deshalb Unternehmen dazu ein, große und kleine Photovoltaik-Anlagen zu planen, zu bauen und zu betreiben. Laut dem „Doing Business 2020“-Bericht der Weltbank gehört Nordmazedonien weltweit zu den 20 attraktivsten Ländern aus insgesamt 190 Staaten, um geschäftlich aktiv zu sein, neue Investitionen zu fördern und dadurch die Beschäftigung zu erhöhen. Auch bei der Gründung von Unternehmen ist Nordmazedonien das führende Land auf dem Balkan und eröffnet damit neue Möglichkeiten für kleinere und lokale Unternehmen. Kein Wunder, dass Nordmazedonien den höchsten kumulativen Index in der Region im „Doing Business“-Ranking hat und insbesondere in den Bereichen Unternehmensgründung, Steuerzahlung und Umgang mit Baugenehmigungen positiv hervorsticht. 

Nordmazedoniens Premierminister betonte in einer öffentlichen Ansprache, dass bis 2027 3,1 Milliarden Euro im Energiebereich investiert werden sollen, wovon der überwiegende Teil in erneuerbare Energieträger und der Rest in den Gassektor fließen soll. Bei der Präsentation eines Sieben-Jahres-Plans im Gesamtwert von 8,2 Milliarden Euro wurden vor allem neue Wind- und Solarenergieprojekte sowie zukünftige Investitionspläne in den Bereichen Mülltrennung und -management, Abwasser- und Wasserwerke sowie Abwasseraufbereitung skizziert. Laut dem „Energy Community Sustainable Development Report 2020“ hat das Land die höchste Punkteanzahl der sechs Westbalkanländer in Bezug auf den Fortschritt bei der Umsetzung von Energiereformen, Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Umweltschutz, Investitionsbedingungen und Transparenz erzielt. Basierend auf dem strategischen Rahmenplan der Regierung „Action 21“ werden die Investitionen im Energiebereich laufend fortgesetzt, so dass das Land in der Region weiterhin führend bleibt. 

Investitionspolitik im Bereich der erneuerbaren Energien 

Als Vertragspartei der Energiegemeinschaft und EU-Beitrittskandidat ist Nordmazedonien bereit, der Energiepolitik der Europäischen Union zu folgen und verpflichtet sich, die EU-Energierichtlinien und -Verordnungen umzusetzen und zu implementieren. Als Teil des EU-Harmonisierungsprozesses hat das nordmazedonische Parlament im Mai 2018 ein neues Energiegesetz verabschiedet, das die Energiegesetzgebung Nordmazedoniens mit dem Dritten Energiepaket der EU harmonisiert. Zur Umsetzung der Bestimmungen des Energiegesetzes wurden entsprechende sekundäre Rechtsvorschriften verabschiedet. Das Ziel war die Schaffung eines effektiven rechtlichen Rahmens für die Zusammenarbeit sowie der gegenseitige Informationsaustausch und die Koordinierung der Aktivitäten der zuständigen Behörden Nordmazedoniens mit den relevanten Institutionen der Energiegemeinschaft der Europäischen Union. Dazu zählen ein koordiniertes Krisenmanagement, die Berichterstattung über die Auferlegung und Überwachung der Einhaltung von Grundversorgungsverpflichtungen sowie koordinierte Aktivitäten im Zusammenhang mit der Entwicklung der regionalen Energiemärkte. Ebenso wurden mit dem Energiegesetz die Grundlagen für Stabilität, Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Funktionalität des Energiesektors geschaffen. Weil dadurch auch die Förderung von erneuerbaren Energiequellen und die Energieeffizienz unterstützt wurden, hat dies in kurzer Zeit zu einer Ausweitung der Investitionen im Bereich der erneuerbaren Energien geführt.  

Konkret wurden nach der Verabschiedung des Energiegesetzes mehrere Verfahren für den Bau von Photovoltaik-Kraftwerken durchgeführt, darunter: i) der Bau von Photovoltaik-Kraftwerken mit insgesamt 35 MW auf staatlichem Land; ii) der Bau eines 10-MW-Photovoltaik-Kraftwerks beim Wärmekraftwerk Oslomej; und iii) der Bau eines 100-MW-Photovoltaik-Kraftwerks in der ehemaligen Kohlemine Oslomej. Diese Investitionen unterstreichen deutlich die Bemühungen des Landes, potenzielle interessierte Investoren in diesem Bereich zu gewinnen. 

Im Vergleich zum Bericht der Europäischen Kommission 2019 heißt es im aktuellen jährlichen Fortschrittsbericht 2020 zu Nordmazedonien, dass das Land „in diesem Bereich (Energie) mäßig vorbereitet ist und gute Fortschritte gemacht wurden, insbesondere durch die Verabschiedung von Umsetzungsgesetzen im Zusammenhang mit dem dritten Energiepaket.“ Motivierend ist vor allem die Anerkennung, dass Nordmazedonien es geschafft hat, sein Energiegesetz an die EU-Richtlinie für erneuerbare Energien anzugleichen, nachdem mehrere sekundäre Gesetze zur Umsetzung der Regeln für erneuerbare Energien verabschiedet wurden. 

Dementsprechend lautet die Vision der nationalen Strategie für 2040: Ein sicheres, effizientes, umweltfreundliches und wettbewerbsfähiges Energiesystem aufzubauen, welches das nachhaltige Wirtschaftswachstum des Landes unterstützt und damit in naher Zukunft gewährleisten kann, dass erneuerbare Energiequellen 45 % des Gesamtenergieverbrauchs ausmachen. 

In einer Zeit, in der sich die ganze Welt auf eine möglichst klimaneutrale Umweltpolitik konzentriert, ist es absolut notwendig, in erneuerbare Energien zu investieren. Nordmazedonien verfügt über ein großes Potenzial an erneuerbaren Energien, das beträchtliche staatliche Unterstützung erhält. LGP unterstützt Sie gerne dabei, gezielt in den Ausbau des Sektors der erneuerbaren Energien zu investieren. 


AUTOREN:

Arlind Zeqiri, M.A., Managing Partner und Mitglied des Senior Expert Council bei LANSKY, GANZGER + partner North Macedonia
Angela Axgjelovska, LL.M., juristische Mitarbeiterin bei LANSKY, GANZGER + partner North Macedonia

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