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Erneuerbare Energie in Russland

Erneuerbare Energie in Russland

Erneuerbare Energie gewinnt in Russland immer mehr an Bedeutung und es wird auch zunehmend mehr Geld in erneuerbare und grüne Energieprojekte investiert. Derzeit gibt es ein staatliches Förderprogramm für erneuerbare Energien, das vor kurzem bis 2035 verlängert worden ist. 

Ziel dieses ambitionierten Programms ist es, die Stromerzeugung durch alternative Energiequellen zu steigern. Die hohe Wachstumsrate der Erneuerbaren zeigt, dass eine weitere Entwicklung in diesem Bereich notwendig ist, weshalb die russische Regierung beschlossen hat, das staatliche Programm bis 2035 zu verlängern. In Russland gibt es drei Hauptarten von erneuerbarer Energie: Solar-, Wind- und Wasserkraft, von denen die Solarenergie am weitesten fortgeschritten ist. Aufgrund der rasanten Entwicklung der Solarenergie weltweit und auch in Russland sind die Kosten für ihre Erzeugung in den letzten Jahren erheblich gesunken. Immer mehr kleine und mittlere Unternehmen interessieren sich für weniger umweltschädliche Technologien, zu denen auch die Solarenergie gehört. Die Windenergie gewinnt ebenfalls immer mehr an Aufmerksamkeit: Etwa 30 % ihres wirtschaftlichen Potenzials wird im Fernen Osten erzeugt und wird derzeit hauptsächlich in ländlichen Gebieten genutzt. Bei der Wasserkraft steht Russland nach China an zweiter Stelle, was die weltweiten Wasserkraftreserven betrifft: Etwa 80 % der Anlagen befinden sich in Sibirien und im Fernen Osten und 20 % in den europäischen Regionen des Landes. 

Die ersten Ergebnisse des staatlichen „Förderprogramms für erneuerbare Energien“ zeigen die wachsende Rolle der grünen Energie. Im Jahr 2020 stammten immerhin 40,4 % des in Russland erzeugten Stroms aus Kern- und Wasserkraft (einschließlich großer Wasserkraftwerke), während Wärmekraftwerke insgesamt 53 % der Energieerzeugung lieferten. Der Anteil der erneuerbaren Energiequellen, zu denen auch Wind- und Solarkraftwerke gehören, betrug 0,3 % oder 3,36 TWh an der Stromerzeugung. Wichtig ist jedoch, dass bis 2035 mehr als 12 GW an Erzeugungskapazität auf der Grundlage erneuerbarer Energiequellen wie Wind, Sonne und Kleinwasserkraftwerke geschaffen werden soll. 

Preisvorteile durch grüne Energie 

Viele Experten sind der Meinung, dass erneuerbare Energie sogar billiger werden könnte als herkömmliche Energie, wenn Russland weiterhin große grüne Projekte entwickelt. Da die Kosten für die Ausrüstung von Solar- und Windkraftanlagen erheblich gesunken sind, könnten natürliche Energiequellen wie Sonne und Wind in den nächsten Jahren zu den günstigsten Energielieferanten zählen. Russland plant deshalb, in Kürze sogenannte Grüne Zertifikate einzuführen, mit denen bestätigt werden soll, dass Industrieprodukte aus erneuerbaren Energien und kohlenstoffarmen Quellen wie Kernkraftwerken und großen Wasserkraftwerken erzeugt wurden. Experten zufolge könnten sich diese Zertifikate positiv auf Verbraucher und Stromerzeuger auswirken. Denn die Nutzung erneuerbarer Energie wird deutlich zunehmen, da viele Unternehmen beginnen, ihren Energiebedarf ausschließlich durch diese zu decken. Im Anschluss an den europäischen Green Deal ist die Einführung eines neuen Mechanismus zur Anpassung der Kohlenstoffgrenzwerte (Carbon Border Adjustment Mechanism – CBAM) für Importe in die EU-Mitgliedstaaten geplant, was sich auf russische Unternehmen, die auf dem europäischen Markt tätig sind, positiv auswirken soll. Grüne Zertifikate sind daher eine gute Gelegenheit für Russland, die Nutzung erneuerbarer Energiequellen zu fördern und mit der EU zusammenzuarbeiten. 

Nach Angaben der führenden staatlichen Informationsagentur wird es künftig auch einen großen Bedarf an energietechnischer Ausrüstung geben, die für die Erzeugung erneuerbarer Energien erforderlich ist. So versuchen aktuell viele große russische Unternehmen, die Kohlenstoffproduktion zu reduzieren und zur Erhaltung einer gesunden Umwelt beizutragen. Ein prominentes Beispiel dafür ist Fortum, ein führender Erzeuger und Lieferant von Wärme und Strom im Ural und in Westsibirien, der mit dem Wind Energy Development Fund – einem paritätisch von Fortum und RUSNANO eingerichteten gemeinsamen Investitionsfonds – kooperiert. Produziert werden Anlagen für erneuerbare Energien, die zur Dekarbonisierung beitragen und Marktführern bei der Umsetzung nachhaltiger Entwicklungsstrategien helfen. Ein weiteres führendes Unternehmen in diesem Bereich ist die Hevel Energy Group, die Photovoltaikmodule und Solarpaneele liefert und auch der größte Investor in Solarparks in Russland und der GUS ist. Aber auch grüne Energietechnik könnte ein vielversprechender Bereich für potenzielle Investitionen sein. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Russland ein gutes Beispiel für das schnelle Wachstum der erneuerbaren Energie darstellt und zudem ein günstiger Standort für internationale Investitionen in grüne Energieprojekte ist – insbesondere in Wind-, Sonnen- und kleine Wasserkraftwerke. LGP Wien berät und unterstützt potenzielle Investoren, die an grüner und erneuerbarer Energie in Russland interessiert sind, gerne mit seiner langjährigen Erfahrung und breitgefächerten Expertise in diesem Bereich.


AUTORIN:

Angelina Arkhangelskaia, M.A., hat Rechtswissenschaften an der Russischen Universität der Völkerfreundschaft sowie Euro- pean Union Studies an der Universität Salzburg absolviert. Sie hat ein Diplom als Dolmetscherin für Englisch und Russisch. Angelina spricht Deutsch, Englisch, Russisch und Französisch.

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