Newsroom / News / Medien / Infomagazin LGP News 01/2022 / Vernetzung und Investitionen im GUS-Raum

Vernetzung und Investitionen im GUS-Raum

Vernetzung und Investitionen im GUS-Raum

Der wirtschaftliche Aufschwung der Russischen Föderation ab dem Jahr 2002 hatte eine starke Belebung der außenwirtschaftlichen Beziehungen zur EU und Österreich zur Folge. LGP berät dazu durch das GUS-Team und Senior Expert Counsel Dietmar Fellner

Es gab kaum ein Unternehmen – egal ob Handel, Industrie oder Landwirtschaft –, das nicht den Versuch wagte, in geschäftliche Beziehungen mit russischen Firmen zu treten. Das Ergebnis ist, dass die EU mit ca. 50 % Anteil auch heute noch der größte Handelspartner Russlands ist und Österreich im Jahre 2012 das bisher größte Außenhandelsvolumen in Höhe von 7,5 Milliarden Euro mit Russland erzielte. Damit nahm Russland immerhin den Platz 9 in der österreichischen Außenhandelsstatistik ein. Im Laufe dieser erfreulichen Entwicklung kam es auch zu enormen Direktinvestitionen auf beiden Seiten, die erst ab ca. 2016 abzuflachen begannen. 

Der Zustrom ausländischen Kapitals wurde auf russischer Seite durch großzügige steuer- und fiskalpolitische Maßnahmen erleichtert und angetrieben. Es begann ein regelrechter Wettbewerb unter den Regionen, wer die günstigsten Voraussetzungen für Investoren bereitstellen kann. Die Gouverneure der einzelnen Föderationssubjekte begaben sich auf Roadshows durch ganz Europa, um für Direktinvestitionen in Russland zu werben. Und der Erfolg blieb nicht aus. Laut der Wirtschaftskammer Österreich beliefen sich die gesamten ausländischen Direktinvestitionen in Russland Ende März 2021 auf 406 Milliarden USD, was einem Anstieg von 19 % zum Vorjahreswert entspricht. 

Mit Stand 2020 betrugen die österreichischen Direktinvestitionen in Russland 4,6 Milliarden Euro. Der weitaus größte Anteil wurde in große Industriebetriebe im Holz-, Papier/Zellulose-, Baustoff-, Chemie- und Kunststoffsektor investiert. In umgekehrter Richtung wurde nach Angaben der Österreichischen Nationalbank von russischen Investoren die gewaltige Summe von 24,5 Milliarden Euro in Österreich platziert. In erster Linie standen Immobilien im Mittelpunkt der Investitionen, daher sind leider kaum Beschäftigungs- und Wertschöpfungsimpulse entstanden. Genau hier wollen wir mit unseren Experten von Lansky, Ganzger, Goeth, Frankl + Partner strategisch ansetzen. Neben Russland erstreckte sich das Aufgabengebiet unseres Senior Expert Counsel Dietmar Fellner über Belarus, Armenien und Aserbaidschan in die fünf zentralasiatischen Staaten. 

Der Aufbau eines weitreichenden Netzwerkes mit Politik, öffentlicher Wirtschaft und privatem Unternehmertum ist die Voraussetzung für ein gutes Gelingen seiner Vorhaben. Die zentralen Behörden, wie Ministerien, Wirtschaftsverbände (TPP, RSPP, „Opora“ usw.) und private Unternehmervereinigungen in Moskau spielten dabei eine entscheidende Rolle für die Schaffung einer hervorragenden bilateralen Businessatmosphäre, die laufend erweitert wurde durch unzählige offizielle Delegationen, die zwischen Russland und Österreich verkehrten. Als wichtige Ergänzung hat Dietmar Fellner jedes Jahr „Business Missions“ für österreichische Firmen in die Regionen Russlands und der angrenzenden Länder organisiert. Auf diese Weise wurden von Kaliningrad bis Wladiwostok und von Murmansk bis Nalchik sämtliche neuen Geschäftspotenziale aufgespürt. Der Kontakt zu den Gouverneuren und den regionalen Verbänden waren wichtige Impulsgeber für die Erfolge der österreichischen Exportwirtschaft und Investoren. Gleichzeitig wuchs auch das Verständnis für manche kulturellen Unterschiede und spezifische Besonderheiten des GUS-Raumes. 

Aktuell liegt unser Beratungsschwerpunkt auf der Identifikation von neuem Geschäftspotenzial für Unternehmen aus der GUS-Region in Europa, vor allem in Österreich, aber auch in der Slowakei und Nordmazedonien. Kapital von Investoren aus Russland und anderen GUS-Ländern soll gezielt in zukunftsorientierte, gewinnversprechende und sichere Unternehmen in Österreich gelenkt werden. Die Auswahl solcher Unternehmen und die benötigte legistische Hilfestellung ist eine wichtige Aufgabe, die bei LGP professionell und vertraulich erfüllt wird. Denn Investitionen in die reale Wirtschaft schaffen für alle Beteiligten einen Mehrwert, der sich im Zuge des zu erwartenden Wirtschaftsaufschwungs nach Abklingen der Pandemie besonders positiv und lukrativ niederschlagen wird. 

Während Immobilien in Form von Wohnungen und Grundstücken laufend Preissteigerungen unterliegen und mittelfristig einen Höchstwert an erzielbaren Renditen abwerfen dürften, sind gut ausgestattete Firmen entweder ganz oder in Form von Beteiligungen in nächster Zeit günstig zu haben. Auch in der Slowakei und Nordmazedonien bieten sich hervorragende Möglichkeiten für direkte Investitionen, welche von den Experten der LGP Büros in Bratislava und Skopje begleitet werden. 

Das LGP Office in Nordmazedonien, geleitet von Arlind Zeqiri, dient als Partner am Balkan für Investoren und als erste Anlaufstelle für die dort ansässigen Unternehmen, die Geschäfte in Zentraleuropa machen wollen. Für ausländische Investoren sind die Balkanmärkte von großem strategischem Interesse. Nordmazedonien hat sich ambitionierte Ziele gesetzt, um die direkten Investitionen zu intensivieren, vor allem jetzt wo sich die politische Situation in der Region stabilisiert hat. Das wichtigste ist jedoch, diesen positiven Trend weiterhin zu nutzen und klare und attraktive Bedingungen für Investoren zu gewährleisten. 

In den letzten Jahren ist die Außenhandelsaktivität zwischen Nordmazedonien und Russland spürbar gestiegen. Die Experten erwarten einen weiteren Zuwachs im Bereich Handel von Medikamenten und Obst & Gemüse von Nordmazedonien nach Russland sowie von Metall und Öl & Gas von Russland nach Nordmazedonien. Unsere Kollegen in Skopje verfügen über genaue Kenntnisse der politischen und wirtschaftlichen Hintergründe der ganzen Balkanregion, was für unsere Kunden und Partner aus den GUS-Ländern eine große Hilfe für die Erarbeitung einer Projektstrategie sein kann. 

Das LGP Büro in der Slowakei, unter der Leitung von Martin Jacko, ist schon seit langem ein wichtiger Fixpunkt der Struktur von LGP. Die Slowakei als Zielland für Investoren aus russischsprachigen Ländern hat dank ihrer geografischen zentralen Lage und ihres kulturellen und wirtschaftlichen Reichtums sehr großes Potenzial. Dies kann man leicht mit einem Überblick der Handels- und Wirtschaftstätigkeit zwischen der Slowakei und Russland illustrieren: Unternehmen beider Länder sind im jeweils anderen präsent und die Export-Import Quoten steigen seit Jahren. Die rege Außenhandelsaktivität wird von beiden Seiten geprägt, sodass 13 Abkommen zwischen den Regierungen der beiden Länder in den letzten Jahren abgeschlossen werden konnten. Ebenso wurden unlängst einige Business Missions aus der Slowakei nach Russland organisiert, etwa im Energie-, Metallurgie-, Agrikultur- und Finanzbereich. 

LGP bietet deshalb Full-Service-Angebote als Investitionsvermittler in Nordmazedonien und der Slowakei an, unterstützt Transaktionen und bringt Projektentwickler und Investoren zusammen. In beiden Ländern herrscht eine optimistische wirtschaftliche Aufbruchstimmung, die jetzt genützt werden sollte. Dabei sind auch das Verständnis der kulturellen und wirtschaftlichen Bedürfnisse von Investoren aus den GUS-Ländern und russische Sprachkenntnisse von großer Bedeutung. Mit der bestmöglichen Vernetzung unserer LGP Büros zu den Entscheidungsträgern werden Investitionen außerdem rechtsstaatlich abgesichert. 


AUTOREN:

Dr. Dietmar Fellner, Senior Expert Counsel bei LGP
Anna Schumann, LL.M., Senior Legal Adviser bei LGP

Meine Dokumente

Seite hinzufügen

There are currently no documents in your basket.