Familien- und Erbrecht

als juristische Herausforderung

Familien- und Erbrecht

Rechtsanwältin und Managing Partner Dr. Julia Andras und Rechtsanwaltsanwärterin Mag. Andreea Muresan sind bei LGP die zuständigen Ansprechpartnerinnen rund um das Familien- und Erbrecht. Warum es dabei wichtig ist, die eigenen Rechte und Pflichten zu kennen und juristische Beratung ein besonders hohes Maß an Empathie verlangt, beantworten unsere Expertinnen im Interview. 

Sie führen die Praxisgruppe für Familien- und Erbrecht. Wie kam es dazu, dass Sie sich auf diese Bereiche spezialisiert haben? 

Julia Andras: Ich habe mich schon sehr früh im Rahmen meiner juristischen Karriere bei LGP mit den Themen Familien- und Erbrecht beschäftigt. Gerade in diesen beiden Bereichen ist man dem Mandanten sehr nah und kann durch gezielte rechtliche Unterstützung unmittelbaren Einfluss auf die weitere Lebensgestaltung der bei uns um Rat suchenden Personen nehmen. Das bringt ein großes Maß an Verantwortung mit sich, aber wenn man es richtig anstellt, kann man hier sprichwörtlich „Berge versetzen“. 

Andreea Muresan: Schon während des Studiums und zuletzt während meiner Vorbereitung auf die Rechtsanwaltsprüfung habe ich mich sehr intensiv mit den komplexen Bereichen des Familien- und Erbrechts auseinandergesetzt. Die daraus resultierenden juristischen Fragestellungen interessieren mich einerseits rechtlich, andererseits auch, weil dies ein Fachgebiet darstellt, in dem man dem Mandanten am meisten helfen kann. Die enge persönliche Zusammenarbeit mit unseren Mandanten und die Möglichkeit, in manchmal ausweglosen Situationen das Ruder herumzureißen, waren dabei sicherlich ausschlaggebend, mich in diesem Bereich weiter zu spezialisieren. 

Was sind die hauptsächlichen Schwerpunkte, welche Fälle kommen in der Praxis am häufigsten vor? 

Andras: Wir beraten Mandanten in sämtlichen Fragen des Familien- und Erbrechts. Derzeit kommt es wieder vermehrt zu Scheidungen. Daher haben wir aktuell sehr viele Anfragen in dieser Richtung. Aber auch alle Fragen rund um das Kontaktrecht, die Obsorge und den Unterhalt von minderjährigen Kindern sind absolute Dauerbrenner, die viele Familien immer wieder vor unlösbar scheinende Probleme stellen ... 

Muresan: Viele Mandanten kontaktieren uns auch, wenn es um die Erstellung eines Ehevertrages geht, dazu wie man im Alter am besten vorsorgt oder eine Erbschaft rechtskonform abwickelt. Wann immer familiäre Nahebeziehungen und monetäre Interessen einander kreuzen, sind Konflikte leider oft vorprogrammiert. Daher empfiehlt es sich, rechtzeitig einen erfahrenen Rechtsbeistand zu konsultieren, damit man allenfalls später auftretende Probleme schon im Vorfeld erkennen und vermeiden kann. 

Welche Erfolgserlebnisse verzeichnen Sie bei Ihrer Arbeit? Wann betrachten Sie einen Fall als erfolgreich abgeschlossen? 

Andras: Da gibt es viele Beispiele, die kann ich jetzt gar nicht alle aufzählen. Im Bereich Familien- und Erbrecht geht es am Ende des Tages nicht darum, Recht zu haben oder Recht zu bekommen, sondern darum, familiäre Probleme so zu lösen, damit die Familie – auch wenn sie z. B. durch Scheidung getrennt wurde – doch einen Weg findet, in einer familiären oder zumindest amikalen Weise zu koexistieren.

Das ist insbesondere deshalb wichtig, weil involvierte Kinder unter einer Trennungssituation immer am meisten leiden. Jede – auch noch so freundschaftlich absolvierte – Trennung oder Scheidung wirkt sich nachhaltig und negativ auf die Psyche eines Kindes aus. Denn Kinder geraten automatisch in den sogenannten „Loyalitätskonflikt“, wenn ihre Eltern sich trennen. 

Abgesehen davon, dass sie sich die Schuld an der Trennung ihrer Eltern geben, haben sie gegenüber der Mutter ein schlechtes Gewissen, wenn sie den Vater lieben und umgekehrt. Das führt zu einem schier unlösbaren Konflikt in der Psyche des Kindes – daher ist es die wichtigste Aufgabe von Eltern im Zuge einer Trennung bzw. Scheidung, es gar nicht erst zu diesem Konflikt kommen zu lassen oder ihn, sofern er besteht, so rasch als möglich zu lösen. Dazu bedarf es auch eines möglichst einfühlsamen Rechtsbeistandes, der nicht nur stur auf sein Recht pocht. 

Muresan: Wenn wir es mit unserer Arbeit schaffen, Mandanten, die oft vor den Trümmern ihrer Ehe und ihrer gesamten Existenz stehen, zu helfen, einen neuen Weg zu finden, den Scherbenhaufen aufzuräumen und ihr neues Leben insbesondere nach einer Trennung/Scheidung mehr oder weniger friktionsfrei zu gestalten, dann ist das extrem viel wert. Sehr oft sind Mandanten durch diese emotionalen Ausnahmesituationen psychisch so belastet, dass sie das, was tatsächlich wichtig ist, aus den Augen verlieren. 

Hier bedarf es der Hilfe und umsichtigen sowie einfühlsamen Unterstützung eines Rechtsbeistandes, den Blick wieder auf das Wesentliche zu lenken und den Mandanten so rasch als möglich wieder ans Licht zu führen. 

Gibt es Situationen im Bereich des Familienrechtes, die unlösbar sind? Oder anders gefragt: Wann sind auch dem besten Rechtsanwalt die Hände gebunden? 

Andras: Selten aber doch vertreten wir Fälle, bei denen wir bedauerlicherweise feststellen müssen, dass es nicht ausreicht, wenn nur der Rechtsbeistand einfühlsam agiert – ein Mitwirken der beteiligten Ehegatten und insbesondere Eltern ist in solchen Situationen unumgänglich. Manche Mandanten sind aber von ihrem Schmerz und ihrer Emotion so sehr getrieben, dass sie selbst mit unserer Hilfe nicht in der Lage sind, das Wesentliche zu erkennen und möglicherweise nicht mehr wahrnehmen, dass die Leidtragenden des Konfliktes und ihrer Handlungen letztendlich ihre Kinder sind. 

Muresan: Es ist unsere Aufgabe als verantwortungsvolle Juristen, die emotionale und oft im Ausnahmezustand befindliche Verfassung des Mandanten nicht auszunutzen und gleichzeitig auch zu erkennen, dass manche Konflikte nicht lösbar sind. Besonders wenn die Beteiligten gar kein Interesse daran haben, Konflikte zu einem friedlichen Ende zu führen. In diesen – zum Glück sehr seltenen Fällen – müssen sich unsere Wege von jenen unseres Mandanten trennen. Es gehört sicherlich sehr viel Verantwortungsbewusstsein dazu, einen solchen finalen Schritt zu setzen. 

Sie haben erst kürzlich eine Medienkooperation mit der Tageszeitung „Der Standard“ gestartet. Worum geht es da, was können Sie uns darüber erzählen? 

Andras: Im Zuge unserer Arbeit haben wir es laufend mit aktuellen Entscheidungen des Obersten Gerichtshofes zu tun. Um die Inhalte den Betroffenen bzw. der breiten Leserschaft zugänglicher zu machen, erhielten wir über eine Kooperation mit der Tageszeitung „Der Standard“ die Möglichkeit, dort einen eigenen Blog für Familienrecht zu publizieren. Die ersten Beiträge sind schon online. 

Muresan: In den ersten beiden OGH-Entscheidungen ging es einerseits um die Frage, ob das Entstehen einer psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung mit Krankheitswert wegen einer widerrechtlichen Kindesabnahme durch das Jugendamt einen Schmerzensgeldanspruch rechtfertigt. Außerdem wurde geprüft, ob die Tatsache, dass ein volljähriges Kind in einer eigenen Wohnung wohnt, unterhaltsvermindernd zu berücksichtigen ist. Wir freuen uns sehr über diese neue Chance, relevante Entscheidungen des OGH einer breiten Leserschaft zugänglich zu machen und diese auch einfach und verständlich zu präsentieren. 

Da die meisten Rechtsfragen rund um das Familien- und Erbrecht einzelfallbezogen zu beantworten sind, zahlt sich die Beiziehung eines erfahrenen Rechtsbeistandes vielfach aus, bevor allenfalls kostspielige und langwierige Verfahren eingeleitet werden. Genau in diesen Fällen steht unser Team jederzeit gerne zur Verfügung. 


INTERVIEW PARTNERINNEN:

Dr. Julia Andras, Rechtsanwältin und Managing Partner bei LGP
Mag. Andreea Muresan, Rechtsanwaltsanwärterin bei LGP

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