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Die Tragödie von Moria

Europa zwischen Ausweg und Ausrede

Die Tragödie von Moria

Der Brand im Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos konfrontiert Europa schlagartig mit seinen jahrelangen Versäumnissen in der Flüchtlingspolitik. Was tun mit zehntausenden Menschen, die seit Jahren in Griechenland festsitzen? Einzelne Länder in der Europäischen Union erklären sich jetzt aus humanitären Gründen zur Aufnahme einer begrenzten Zahl von Flüchtlingen bereit. Auch die Grünen in Österreich wären dafür, doch der ÖVP-Koalitionspartner fürchtet, damit noch weitere Menschen zur Flucht nach Europa zu ermutigen. Wie kann das Flüchtlingsproblem in Europa langfristig politisch gelöst werden? Welche Kompromisse kann es geben, ohne Grenzen von Humanität und Ethik zu verletzen? Und wie groß ist die Sprengkraft des Flüchtlingsthemas für die türkis-grüne Bundesregierung?
 
LGP Senior Expert Counsel, ehem. Außenminister von Griechenland und ehem. EU-Abgeordneter Dimitrios Droutsas war zu Gast bei Claudia Reiterer in der ORF-Sendung „Im Zentrum“ am 13.9.2020 um darüber zu diskutieren. Unter den Gästen waren außerdem Karoline Edtstadler, Bundesministerin für EU und Verfassung (ÖVP), Sigrid Maurer, Klubobfrau (Die Grünen), Klaus Maria Brandauer, Schauspieler, Regisseur und Unterstützer Initiative „Courage – Mut zur Menschlichkeit“ und Ulrich Körtner, Ethiker und Theologe.
 
Für Dimitrios Droutsas sind die Zustände in Moria intolerabel. Auf die Frage wohin die Milliarden an Flüchtlingshilfen der EU geflossen seien, erklärt Droutsas dass das Hauptaugenmerk auf dem Schutz der Außengrenzen liegt.
 
Die Rolle Österreichs aus seiner Sicht: „Es obliegt mir natürlich jetzt nicht hier irgendwelche Kritik zu üben, aber wenn ich schon die österreichische Position kommentieren darf. Es ist natürlich sehr positiv und sehr willkommen und ich darf mich persönlich sehr herzlich bedanken für die unmittelbare Hilfe, die Österreich materiell leistet. Das ist sicherlich sehr wichtig. Auf der anderen Seite erlauben Sie mir zu sagen, materielle Hilfe alleine, so wichtig sie zu diesem Zeitpunkt ist, nicht genügt.“
 
Droutsas weiter: „Die Lösung muss sein, dass hier eine gesamteuropäische Verteilung endlich stattfindet. Dass Österreich sehr viel geleistet hat, sehr viel geholfen hat, auch sehr viele Flüchtlinge bereits aufgenommen hat, das ist alles sehr positiv und gut und soll auch betont werden. Aber es sollte nicht dazu führen, dass man zu dem Schluss kommt, man habe bereits so viel getan, man brauche oder solle nichts mehr tun. Das Argument, dass man bereits viel geleistet hat, sollte seitens der österreichischen Regierung positiv verwenden werden. Ich glaube nicht, dass Österreich, so wie ich es kennen gelernt habe, hier nicht die EU Grundwerte schützen will.“ 

Hier finden Sie den Teil 1 des Interviews

Hier finden Sie den Teil 2 des Interviews

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