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Fall Molnar geht in 2. Instanz

Fall Molnar geht in 2. Instanz

Fall Jenö Molnar gegen das Land Oberösterreich geht in die zweite Instanz

Wien/Linz, 09.04.2014 – Am 3. April 2014 wies das LG Linz die Schadenersatzklage des ehemaligen Heimkindes Jenö Molnar ab. Beurteilt wurde, infolge Verfahrenseinschränkung, ausschließlich die Frage der Verjährung.

Zur Erinnerung: Im Oktober 2012 hatten die Anwälte von Jenö Alpar Molnar die Bestellung eines zweiten Gutachters vor Gericht erwirkt. Der vom Gericht bestellte, auf dem Gebiet der Verdrängungstraumata als Experte ausgewiesene Sachverständige, Univ.-Prof. Dr. Thomas Stompe, attestierte dem Kläger mehrfach psychische und physische Traumatisierungen aus seiner Kindheit und Jugend in Heimen. Die belastenden Erinnerungen an die Kindheit seien Molnar selektiv kaum oder nur in Erinnerungsbruchstücken zugänglich gewesen. Aufgrund dieser mehrere Jahrzehnte dauernden Erinnerungslücke sei die Verjährungsfrist nicht abgelaufen, so die Argumentation der Anwälte. Stompe kam in seinem Gutachten zu dem Ergebnis, dass Molnar unter einer posttraumatischen Belastungsstörung litt und erst im Jahr 2007, nach einer lebensbedrohlichen Operation, von Erinnerungen überschwemmt worden war. Im Jänner 2014 kam es schließlich zu einer weiteren Verhandlung. Im Zuge der Erörterung seines Gutachtens erläuterte Stompe, dass er es aufgrund der Plausibilität der Erzählungen des Klägers sowie der Zeugenaussagen im Verfahren für wahrscheinlich hielte, dass sich der Kläger nicht erinnern konnte. In Prozent ausgedrückt wurde diese Wahrscheinlichkeit mit 70 bis 80 angegeben.

Ungeachtet dieser klaren Beweisergebnisse wies das LG Linz dennoch das Klagebegehren mit der Begründung ab „es liege auf der Hand, dass die vom Sachverständigen bezifferte Wahrscheinlichkeit nicht dem Grad einer hohen Wahrscheinlichkeit entspricht“, wie dies von der österreichischen Zivilprozessordnung gefordert werde. Der Ansicht des Gerichts zufolge sei es „unmöglich, über einen rund 45 Jahre langen Zeitraum ohne irgendwelche objektivierbaren Anhaltspunkte mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass der Kläger irgendwelche Erinnerungen nicht gehabt hat, nur weil seine Geschichte plausibel ist und medizinischen Erkenntnisse nicht widerspricht“. Nach Auffassung der Rechtsanwälte von Molnar, entfernt sich das Erstgericht mit dieser Begründung von den sehr klaren Feststellungen des Sachverständigen Stompe, demzufolge sich der Kläger mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erinnern konnte. Gegen die nunmehr vorliegende Entscheidung des LG Linz werden Molnars Anwälte bis spätestens Ende April berufen und sind, was deren Erfolgschancen anlangt, optimistisch.

Auch Jenö Alpar Molnar ist zuversichtlich und beweist einmal mehr Kampfgeist: „Ich gebe noch nicht auf“, so seine erste Stellungnahme nach Erhalt des Urteils. Für Jenö Alpar Molnar und seine Anwälte geht der lange Weg im Kampf um die Gerechtigkeit somit weiter.

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