Newsroom / Events & Seminare / Business Breakfast Russland am 7. November 2017

Business Breakfast Russland am 7. November 2017

Business Breakfast Russland am 7. November 2017

Chancen am russischen Markt nützen und in die Zeit nach der Krise investieren

Die russische Volkswirtschaft verlässt die stagnativ-rezessive Phase. Trotz Sanktionen sind in Russland gute Geschäfte möglich. Nach einem schmerzhaften Anpassungsprozess in der Wirtschaftskrise ist Russland in manchen Bereichen erstmals Exporteur, die Politik der Importsubstitution führte auch zu Investitionen namhafter europäischer Konzerne. Zeit für österreichische Unternehmen, den russischen Markt wieder stärker ins Visier zu nehmen! Bei unserem Business Breakfast Russia am 7. November 2017 informierten der ehemalige Außenhandelsdelegierte Dietmar Fellner, unsere Rechtsexperten Elizaveta Dubrovskaya und Alexey Nenashev über die aktuellen wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Gastsprecher Alexander Gabuev (Carnegie Moscow) und Alexey Gorlatov (Goltsblat BLP) ergänzten aus russischer Perspektive. Rund 40 Interessenten folgten der Einladung zum Business Breakfast. Sowohl Wirtschaftskammer als auch die Handelsvertretung der Russischen Föderation waren mit Michael Angerer und Aleksandr Potemkin vertreten. Moderatorin Anna Zeitlinger – sie leitet bei LGP gemeinsam mit Elizaveta Dubrovskaya den Russian & CIS Desk – führte durch den Vormittag.

Alexey Nenashev, Anna Zeitlinger, Dietmar Fellner, Elizaveta Dubrovskaya und Alexey Gorlatov informierten über den russischen Markt

Zeichen stehen auf Normalisierung der Wirtschaftsbeziehungen

Experten des Moskauer Carnegie Center – des Politik- und Wirtschaftsanalysen spezialisierten Thinktank – beschreiben die aktuelle Stimmung in Russland als „relativ gelassen“. „Die russische Bevölkerung hat sich mit den neuen Gegebenheiten nach den EU-Sanktionen arrangiert“, so Analyst Alexander Gabuev. Die Wirtschaft erhole sich langsam, Industriezweige wie die Landwirtschaft hätten einen Impuls erhalten. Tiefgreifende Strukturreformen seien in naher Zukunft nicht zu erwarten, das zeige sich zum Beispiel an den aktuellen Gesetzesnovellen zum Arbeitsrecht oder auch zum Steuerrecht. „Die Sanktionen gegen Russland sind Realität, ihre Durchschlagskraft wird aber begrenzt sein.“ Die Rolle der U.S.A. im Hinblick auf die Sanktionen beurteilen die Experten unterschiedlich. Banker und Europapolitiker Michael Ikrath sieht die Problematik der internationalen Verflechtungen speziell beim Thema der Finanzierung des Russlandgeschäfts durch Banken. Das (be)hindere europäische Unternehmen, am russischen Markt aktiv zu werden. Auf die Rolle der U.S.A. bei der Fortschreibung der Sanktionen angesprochen, meint Alexander Gabuev: „Die Trump-Administration hat momentan nicht die Stärke, um die Sanktionen rigoros durchzuziehen.“

Aufwind des einsetzenden Wirtschaftswachstums nützen

Dietmar Fellner (er hat sich nach knapp einem Jahrzehnt als Außenhandelsdelegierter in Moskau dem LGP-Team als Counsel angeschlossen) warnt vor der negativen Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch „Schwarz-Weiß-Malerei der Mainstream-Medien“. Russland sei noch immer unter den zehn größten Volkswirtschaften und aus dem schmerzlichen Anpassungsprozess in Folge der Sanktionen sei auch Positives entstanden. Die Importsubstitution habe zu einer Stärkung der russischen Landwirtschaft geführt. „Die Zeiten des Russland-Hype haben 2013 ein Ende gefunden. Die Exportquote nach Russland hat sich innerhalb von 3 Jahren halbiert. Nun zeichnet sich ein leichtes Wirtschaftswachstum von rund 2 Prozent ab, auch die Inflation konnte eingedämmt werden. Sie liegt derzeit bei rund 4 Prozent. Es ist Zeit, diesen Aufwind zu nützen – auch wenn das Geld nicht auf der Straße liegt.“

Importsubstitution und Lokalisierung als Wirtschaftstreiber

„In der Realität der westlichen Sanktionen und der Gegensanktionen sowie der fehlenden Finanzierung durch den Westen sind Investitionen im Rahmen der Importsubstitution oder der Lokalisierung von Produktionsstätten für Russland ein wichtiger Faktor“ betont Elizaveta Dubrovskaya, Co-Head des Russian & CIS Desk bei LGP. Die gewährten Investitionsanreize folgen (nach wie vor) den Grundsätzen des Investitionsschutzes, es bieten sich weiterhin Sonderwirtschaftszonen mit ermäßigten Steuersätzen, Zollbegünstigungen und Erleichterungen im Behördenverkehr, sowie die neuen Investitionsverträge an. Alexey Gorlatov, Leiter der Commercial Practice bei Goltsblat BLP in Moskau, informierte über aktuelle Entwicklungen und Geschäftsmöglichkeiten im Rahmen der Lokalisierung. Etwa kommen Investoren, die Produktionsstätten in Russland aufbauen, kommen in den Genuss der Vorteile eines „lokalen Produzenten“.

Schlüsselkräfte aus Europa sind in Russland nach wie vor willkommen

Auch in Zeiten von Lokalisierung und Importsubstitution sind hochqualifizierte Know-how-Träger nötig. „Die quotenfreie Beschäftigungsbewilligung für hochqualifizierte Schlüsselkräfte (HQS) ermöglicht eine zügige und unbürokratische Zulassung von ausländischen HQS zum russischen Arbeitsmarkt ohne aufwendige Prüfungen“, so Alexey Nenashev. Die Schlüsselkraft kommt dabei in den Genuss eines niedrigen einheitlichen Einkommensteuersatzes von 13 Prozent, während dem Arbeitgeber einer HQS die Abgaben für die Pensionsversicherung in der Höhe von über 20 Prozent bleiben.

Der Russian & CIS Desk bei LGP: Ost-West-Connection für Rechtsfragen. Unser Russian & CIS Desk ist die erste Anlaufstelle für Unternehmen, die einen Partner für die Bearbeitung der russischsprachigen Märkte suchen. Gemischte Teams aus russischen beziehungsweise russischsprachigen Juristen und österreichischen Rechtsberatern unterstützen bei den Aktivitäten vor Ort. Ein Team von spezialisierten Übersetzern sorgt für die entsprechende Textqualität. Der Russian & CIS Desk steht unter der Leitung der russischen Anwältin Anna Zeitlinger und von Senior Legal Consultant Elizaveta Dubrovskaya.

Meine Dokumente

Seite hinzufügen

There are currently no documents in your basket.